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Nachbarn besuchen Nachbarn

Das Gemeindenetz Nikolassee
Evangelische Kirchengemeinde Nikolassee

Das Gemeindenetz ist ein Besuchsdienst zu Geburtstagen.
Ab dem 65. Geburtstag schreibt unser Gemeindepfarrer jährlich eine Glückwunschkarte. Unser Kreis bietet allen Gemeindemitgliedern ab dem 75. Geburtstag jährlich einen Besuch an. Dabei bringen wir die Glückwunschkarte des Pfarrers und Einladungen zu Veranstaltungen, vor allem dem Gesprächskreis der älteren Gemeinde, persönlich vorbei. Kirche, das sind wir alle! Unsere Idee war daher, als Kirche auf die Menschen zuzugehen, zu zeigen, dass wir an sie denken – egal, ob sie Kirchgänger sind oder nicht.
Im Schnitt haben wir jeden Monat etwa 50 Geburtstagskinder ab 75 und noch einmal 50 zwischen 65 und 75 Jahren. Damit der Gemeinde keine Portokosten entstehen, verteilt ein Mitglied unserer Gruppe alle Geburtstagskarten der unter 75-Jährigen. Zur Entlastung der Küsterei tütet sie auch alle Karten ein und etikettiert die Briefe.
Unser Kreis besteht nun seit 10 Jahren mit derzeit 14 Mitgliedern, von denen einige von Anfang an dabei sind.
   
Was ist daran besonders oder beispielhaft?
1. Wir besuchen die „Geburtstagskinder“ jährlich, so dass sie sich erinnern, man anknüpfen kann, Beziehungen entstehen.

2. Von Anfang an versuchten wir, dass jedes Mitglied des Gemeindenetzes Menschen möglichst in unmittelbarer Nachbarschaft zum eigenen Wohnort besucht. Zum einen bietet das sofort Gesprächsstoff, zum anderen schafft es auf Dauer nachbarschaftliche Verbindungen. Oft fällt der Satz: „Wir wohnen seit 30 Jahren hier und haben uns erst durch das Gemeindenetz kennen gelernt!“

3. Immer wieder fühlen sich Menschen, die wir besuchen, zum Mitmachen animiert und stoßen dazu. Das führt dazu, dass von unseren derzeit 14 Mitgliedern fünf über 80 (zwei davon sogar über 90) Jahre alt sind! Für manches „Geburtstagskind“ scheint das Gespräch mit Gleichaltrigen den Einstieg zu erleichtern. Manchmal ist das Alter der Besuchenden für die Besuchten ein Ansporn, die eigene Zeit aktiv und auch zum Wohle für andere zu nutzen.

4. Bei jedem unserer monatlichen Treffen gehen wir ganz kurz alle Besuche des letzten Monats durch, halten fest, woran beim Besuch im nächsten Jahr angeknüpft werden kann und tauschen uns über schwierige Gespräche aus. So helfen wir einander gegenseitig, das Gehörte zu verarbeiten und zu überlegen, wo weitere Hilfe angeboten werden sollte.

5. Immer wieder diskutieren wir in unserem Kreis, wie die Gespräche ablaufen können. Warum kommen wir? Was ist das Ziel unserer Gespräche? Wie ist unsere Rolle? Grundsätzlich sind wir zum Zuhören gekommen, bieten Zeit und Ohr. Aber wir kommen eben auch als Vertreter von Kirche, wollen offen sein für die oft tabuisierten Themen des Alters, für die manchmal drängenden Fragen älterer Menschen nach der Endlichkeit unseres Lebens. Ein pensionierter Pfarrer in unserem Kreis ist uns dabei eine große Stütze und gibt immer wieder Hilfestellung und Anregung. Unser Gemeindepfarrer Steffen Reiche steht ebenfalls bereit, wenn Gesprächsbedarf bei uns oder den Besuchten entsteht.

Was wünscht sich die Gruppe oder das Projekt?
1. Ein großes Problem ist die Datenlage. Trotz intensiver Bemühungen auch unserer Kirchhofsverwaltung ist es leider nicht ausgeschlossen, dass wir einen kürzlich Verstorbenen auf der Liste haben oder aber nicht über den Tod des Partners informiert sind. Solche Gespräche sind sehr schwierig und gerade dabei ist die gegenseitige Unterstützung im Team des Gemeindenetzes sehr wichtig. Daher wünschen wir uns dringend zeitnahe Daten aus dem Kirchlichen Verwaltungsamt.
2. Außerdem müssen wir unsere Listen per Hand führen, da wir die Informationen aus den Besuchen nirgendwo einpflegen können. Im neuen Jahr müssen wir dann abgleichen, was wir im letzten Jahr an Informationen hinzugefügt haben. Es wäre schön, wenn es eine Möglichkeit gäbe, in den Datenbestand zwei Felder mit unseren Informationen einzufügen.
3. Wir wünschen uns, dass durch das Projekt „Ehrenamtsengel“ viele Menschen aufmerksam gemacht werden darauf, dass man auch mit wenig Zeit, mit schwindender Kraft, in jedem Alter für andere da sein kann! Jeder kann in seinem Rahmen und an seinem Platz am „Netz“ mitwirken.

Wofür will die Gruppe oder das Projekt das Preisgeld einsetzen?

1. Anschaffung von weiteren Karten und Heften. Zu Jahresanfang haben wir Karten der Jahreslosung verteilt; wenn wir keinen erreichen, lassen wir eine vorgedruckte Karte im Briefkasten mit dem Text „Wir haben Sie nicht erreicht“, ergänzt um die eigene Telefonnummer und Ermunterung zur Kontaktaufnahme.  Manche Geburtstagskinder freuen sich über ein illustriertes Heft, zum Beispiel mit dem Psalm 23.

2. Wir zelebrieren jeden Geburtstag in unserem Team, manche bringen einen kleinen Snack mit, wir singen für das Geburtstagskind. Ich würde gerne für jeden einen Blumenstraß als kleines Dankeschön kaufen können.

Kontakt:

Caroll von Negenborn
Tel. 0 30 - 8 03 90 35
von.negneborn@gmx.net

Letzte Änderung am: 30.09.2015